Anspiel "Kreuz und Quer" 21.7.19 "Du hast uns gerade noch gefehlt"


Mitwirkende:

Andi: gutmütig, schüchtern, kommt kaum zu Wort

Stefan: Chef der Truppe, will Grillfest organisieren, dominant, ansonsten faul

Alex: will Fleisch und Alkohol, ansonsten faul

Julia: will fleischlose Kost, redet gern schlau daher, ansonsten faul


(Beteiligten setzen sich an einen Tisch, sonst keine Requisiten nötig)


Stefan: Also, dann wollen wir mal wieder uns jährliches Grillfest vorbereiten.

Schön, dass wir zu viert sind. Da ist für jeden nicht zu viel zu tun.

Alex: Klar, wir alle machen was.

Julia: (eifrig) Es muss gerecht sein. Gerechtigkeit ist ein Grundprinzip jeder Gemeinschaft. Nicht umsonst war bei der französischen Revolution Gerechtigkeit…

Stefan: Es geht um ein Grillfest, nicht um die französische Revolution.

Julia: Ich wollt doch nur…

Stefan: Schon gut. Also, wollen wir mal die Aufgaben verteilen

Andi: (schüchtern) Aber bitte nicht so wie letztes Jahr. Da habe, glaube ich, ich die Hauptlast..

Stefan: Weiß ich nicht mehr so genau. Auf jeden Fall greifen wir auf das zurück, was sich bewährt hat.

Alex: Klar.

Stefan: Also bewährt hat sich auf jeden Fall der Ort. Das war dein Garten (deutet zu Andi)

Andi: Das war nicht mein Garten. Das ist der meiner Eltern.

Alex: Ist doch egal.

Stefan: Ihr seid doch eine Familie, da kann man doch auch von deinem Garten reden.

Andi: ^ Irgendwie schon, aber letztes Jahr war die Feier schon recht heftig. Mein Vater war danach recht sauer…

Stefan: Das war letztes Jahr. Dieses Jahr wird es anders. Wir sind ganz brav, versprochen!

Alex: Klar, versprochen!

Julia: Ich trink eh keinen Alkohol. Und außerdem: euer Garten ist wirklich wunder-, wunderschön. Es gibt keinen besseren Platz für ein Grillfest.

Andi: Also gut. Wird schon wieder klappen.

Stefan: So, dann geht es ums Fleisch.

Alex: Das hat letztes Jahr der Andi besorgt.

Andi: … Aber wir wollten doch dieses Jahr…

Stefan: Aber das hat sich doch bewährt. Bei euch ist doch ein guter Metzger gleich um die Ecke.

Andi: Ja, aber…

Stefan. Na also! Der Andi holt wieder das Fleisch. Ich schlage vor: 20 Steaks,,,

Alex: Das reicht nie und nimmer. 50! Und 20 Paar Bratwürste und Grillbauch..

Julia: … Der Metzger hat doch auch so leckere vegetarische Sachen zum Grillen. Die kannst du doch auch mitbringen.

Stefan: Das macht der Andi bestimmt, oder ?

Andi: (seufzt) Wenn's sein muss.

Stefan: So, weiter geht's. Salat brauchen wir auch.

Alex: Ja, Fleischsalat! Den gibt's auch beim Metzger. Kann der Andi gleich mitbringen, wenn er schon dort ist.

Julia: Und was ist mit so einem richtigen Salat!

Andi: Den könntest doch du mitbringen.

Julia: Im Zeitalter der Emanzipation finde ich es unmöglich, dass immer die Frauen den Salat machen sollen. Das kann durchaus ein Mann machen.

Stefan: Ja gut, aber wer?

Alex. Ich nicht. Ich ess eh kein Grünzeug. Nur Fleisch.

Stefan: Der Andi hat doch letztes Jahr in bewährter Weise einen tollen Tomatensalat mitgebracht.

Julia: Der war wirklich lecker! Das wäre gut! Aber Blattsalat wäre dazu auch gut!

Stefan: Also, Andi, wie wär's?

Andi: Weiß nicht…

Stefan: Es geht doch nur um ein bisschen Salat.

Julia: Und der war wirklich unglaublich lecker.

Andi: (seufzt) Wenn's sein muss.

Stefan: Weiter geht's. Schön, dass alle so gut mitmachen. Nächster Punkt: Getränke. Ich schlag vor: ein hunderter Fässla.

Alex: Viel zu wenig! Ein Zweihundertliterfass!

Stefan: Meinetwegen. Wer holt's?

Julia: Ich trink eh kein Bier.

Alex: Und ich hab kein Auto, wo so ein Fass reinpasst. Aber der Vater vom Andi hat doch so einen großen Kombi.

Stefan: Genau! Da passen auch die Bierbänke rein!

Andi: Das ist schon ein bisschen viel.

Stefan: Ach, der Getränkemarkt ist doch gleich neben dem Metzger, oder?

Andi: Schon…

Stefan. Also, danke Andi für deine Bereitschaft. Jetzt hätten wir es schon. Der Grill steht ja schon im Garten vom Andi. Den müssen wir auch nicht mitbringen.

Andi: (etwas sauer) Und was bringt ihr mit?

Stefan: Ich? Na den Grillanzünder. Wie letztes Jahr.

Julia: Ich bring meine Wasserflasche mit. Darum musst du dich wirklich nicht kümmern. Das nehme ich dir gerne ab.

Alex: Und ich könnte einen Kumpel mitbringen.



© Dieter Opitz